Typische Beschwerde

Unregelmässige Periode in den Wechseljahren

Mal kürzer, mal länger, mal stärker: dein Zyklus verändert sich.

Im Körper

Was passiert in deinem Körper?

Die Abstände zwischen den Blutungen werden kürzer oder länger, die Blutung schwächer oder deutlich stärker, manchmal fällt sie ganz aus. Ein veränderter Zyklus gehört, wie Hitzewallungen, oft zu den ersten Zeichen der Perimenopause. Blutungen nach der Menopause, sehr starke Blutungen und Blutungen unter einer Hormontherapie, die nach den ersten sechs Monaten auftreten, lässt du zuerst bei deiner Gynäkologin vor Ort untersuchen.

In den Wechseljahren

Warum gerade jetzt?

Die Eierstöcke reagieren unregelmässiger auf die Signale aus dem Gehirn, und nicht mehr jeder Zyklus hat einen Eisprung. Ohne Eisprung bildet sich kaum Progesteron, und Östrogen kann die Gebärmutterschleimhaut stärker aufbauen. Deshalb können Blutungen in dieser Phase ausbleiben oder ungewohnt stark sein.

Ärztliche Standortbestimmung

Was im Arztgespräch passiert.

Dein Zyklus lässt sich nicht mehr planen? Du beschreibst, was du bemerkst, und deine Ärztin ordnet es mit dir ein.

  1. Vorher

    Du füllst deinen Anamnese-Fragebogen aus, neun ärztlich zusammengestellte Themenblöcke zu Beschwerden, Vorgeschichte und Zielen. Vorhandene Vorbefunde lädst du in deinem Patientinnen-Cockpit hoch. Deine Ärztin wertet alles vorab aus.

    Fragen zu Vorbereitung, Unterlagen und Terminen beantwortet dein Care‑Team per E‑Mail an hello@gynxtra.ch, in der Regel innerhalb von 24 Stunden. Medizinische Fragen klärst du im Gespräch mit deiner Ärztin. Kann etwas nicht bis zum Termin warten, lass dich zeitnah vor Ort ärztlich untersuchen.

    Für Notfälle ist dieser Weg nicht gedacht: Bei akuten Beschwerden wende dich an die nächste Notfallaufnahme oder an 144.

  2. Im Gespräch

    30 Minuten per Video, mit dem Blick nach vorne. Deine Angaben und Vorbefunde kennt deine Ärztin dann schon, ihr sprecht über deine Situation und die nächsten sinnvollen Schritte.

  3. Danach

    Dein Bericht mit Therapieplan liegt schriftlich in deinem Patientinnen-Cockpit.

Dr. med. Bettina von SeefriedÄrztliche Leitung · Fachärztin FMH für Gynäkologie und Geburtshilfe

Das bekommst du

  • Anamnese vorab ärztlich ausgewertet
  • Rund 50 Min. ärztliche Zeit, davon 30 Min. per Video
  • Schriftlicher Bericht mit Therapieplan

CHF 250einmalig

Selbstzahlerleistung

  • Du verpflichtest dich zu keiner weiteren Behandlung.
  • Bis 24 Stunden vor dem Termin kostenlos umbuchen oder absagen.

Wie es danach weitergeht.

  • Diagnostik, wenn medizinisch angezeigt

    Nur wenn sie für deinen Behandlungsplan etwas klärt. Umfang und Kosten bespricht deine Ärztin vorab mit dir.

  • Behandlung nach ärztlicher Beurteilung

    Ob eine Behandlung sinnvoll ist, entscheidet sich nach der ärztlichen Abklärung. Sie wird individuell auf dich ausgerichtet und genau mit dir besprochen, eine medikamentöse Therapie wird bei Bedarf eingeleitet.

  • Ärztliche Begleitung

    Verlaufskontrollen mit deiner Ärztin, monatlich oder alle drei Monate. Die medizinisch empfohlene ärztliche Begleitung kostet CHF 190 pro Monat oder CHF 285 pro Quartal.

Im Alltag

Was hilft?

  • Zyklus notieren: Beginn, Dauer und Stärke der Blutung
  • Weiter verhüten, eine Schwangerschaft ist bis zur Menopause möglich
  • Jede Blutung nach der Menopause zuerst bei deiner Gynäkologin vor Ort untersuchen lassen
  • Zwischenblutungen, die wiederkehren, bei deiner Gynäkologin vor Ort abklären lassen

Ob Laborwerte weiterhelfen, klärt deine Ärztin in der Standortbestimmung.

In Zahlen

Der Zyklus im Übergang, in Zahlen

  • Im frühen Übergang weichen aufeinanderfolgende Zyklen dauerhaft um 7 Tage oder mehr voneinander ab.1

  • Im späten Übergang bleibt die Periode 60 Tage oder länger aus.1

Studien zeigen Werte von Gruppen. Deine persönliche Situation kann davon abweichen.

Ursachen

Warum wird die Periode in den Wechseljahren unregelmässig?

In der Perimenopause hat nicht mehr jeder Zyklus einen Eisprung, und die Hormone schwanken stark. Zu Beginn verändert sich oft die Länge des Zyklus: Die Abstände werden kürzer oder schwanken um eine Woche oder mehr. Später bleibt die Periode immer wieder zwei Monate oder länger aus, meist in den letzten ein bis drei Jahren vor der letzten Periode.

So lang ist ein Zyklus im Mittel, nach Alter

In einer Auswertung von über 600'000 Zyklen mit Eisprung war der Zyklus bei älteren Frauen im Mittel etwas kürzer: Zwischen 18 und 24 dauerte er 30,3 Tage, zwischen 40 und 45 noch 27,4 Tage.2

Waagrechte Balken, mittlere Zykluslänge nach Alter, Daten einer Zyklus-App, nur Zyklen mit Eisprung: 18 bis 24 Jahre 30,3 Tage, 25 bis 29 Jahre 29,9 Tage, 30 bis 34 Jahre 29,2 Tage, 35 bis 39 Jahre 28,2 Tage, 40 bis 45 Jahre 27,4 Tage.
Alter bei der AnmeldungMittlere Zykluslänge
18 bis 24 Jahre30,3 Tage
25 bis 29 Jahre29,9 Tage
30 bis 34 Jahre29,2 Tage
35 bis 39 Jahre28,2 Tage
40 bis 45 Jahre27,4 Tage

Daten einer Zyklus-App, rund 125'000 Nutzerinnen, bei der Anmeldung zwischen 18 und 45. Gezählt sind nur Zyklen mit Eisprung. Frauen mit Wechseljahresbeschwerden und Frauen mit hormoneller Verhütung im Jahr davor waren ausgeschlossen. Mittelwerte, keine Grenzen für normal oder auffällig. Zwischen 25 und 45 war der Zyklus mit jedem Lebensjahr im Mittel um 0,18 Tage kürzer. Die Studie hat der Anbieter der App finanziert, mehrere Beteiligte arbeiten dort. Den Übergang zur Menopause erfassen die Daten nicht: Im frühen Übergang weichen aufeinanderfolgende Zyklen dauerhaft um 7 Tage oder mehr voneinander ab, im späten bleibt die Periode 60 Tage oder länger aus.1

Auch die Blutung selbst verändert sich. Sie kann schwächer werden, aber auch länger und deutlich stärker, manchmal mit Klumpen. Starke Blutungen sind in der Perimenopause häufig. Sie können aber auch andere Ursachen haben und zu einem Eisenmangel führen, der müde macht. Mehr zu Erschöpfung.

Die Menopause wird rückblickend festgestellt, wenn die letzte Periode zwölf Monate zurückliegt. Ab 45 reichen ein veränderter Zyklus und typische Beschwerden wie Hitzewallungen meist aus, um die Perimenopause festzustellen, ohne Laborwerte. Ein unregelmässiger Zyklus allein muss meist nicht behandelt werden. Mehr zu Hitzewallungen.

Andere Ursachen

Was kann sonst hinter Zwischenblutungen und starken Blutungen stecken?

Nicht jede Blutungsstörung in diesem Alter kommt von den Wechseljahren. Häufig sind gutartige Veränderungen der Gebärmutter, etwa Myome, also Knoten aus Muskelgewebe, und Polypen der Schleimhaut. Auch eine verdickte Gebärmutterschleimhaut, eine Schilddrüsenerkrankung, eine Neigung zu Blutungen oder Medikamente zur Blutverdünnung können dahinterstecken. Ein Medikament setzt du nicht selbst ab, sondern besprichst die Blutungen mit der verschreibenden Ärztin.

Bis zur Menopause ist eine Schwangerschaft möglich, auch wenn dein Zyklus unregelmässig ist. Bleibt die Periode aus, gehört deshalb zuerst ein Schwangerschaftstest dazu. Kommen Schmerzen im Unterbauch, oft auf einer Seite, und eine Blutung dazu, lass dich sofort vor Ort untersuchen. Wie lange du verhüten solltest, hängt von deinem Alter und deiner Verhütung ab.

Blutungen nach dem Sex kommen oft von einer dünnen, trockenen Schleimhaut, manchmal aber auch von Veränderungen am Gebärmutterhals, die untersucht gehören. Jede Blutung nach der Menopause gehört untersucht. Meist steckt etwas Harmloses dahinter, etwa eine dünne Schleimhaut oder ein Polyp. Bei etwa 3 bis 10 von 100 Frauen, die keine Hormontherapie nehmen, ist es aber ein Krebs der Gebärmutterschleimhaut. Deshalb lässt du sie zuerst bei deiner Gynäkologin vor Ort untersuchen, meist mit einem Ultraschall, auch wenn es nur einmal und nur wenig geblutet hat. Mehr zu Scheidentrockenheit.

Unter Hormontherapie

Blutungen unter einer Hormontherapie: Was ist normal?

In den ersten sechs Monaten einer Hormontherapie und in den ersten drei Monaten nach einem Wechsel der Behandlung sind unerwartete Blutungen häufig, in Studien bei bis zu vier von zehn Frauen. Halten sie länger an oder treten sie danach auf, lässt du sie bei deiner Gynäkologin vor Ort abklären. Das gilt auch für eine monatliche Blutung, die ungewohnt stark oder lang ist.

Was zu erwarten ist, hängt von der Form der Hormontherapie ab. Bei manchen Formen gehört eine regelmässige Blutung einmal im Monat dazu, meist schwächer als eine Periode. Bei anderen hört die Blutung nach den ersten Monaten ganz auf. Bist du noch in der Perimenopause, können zusätzlich eigene, unregelmässige Blutungen dazukommen. Was bei dir zu erwarten ist, sagt dir deine Ärztin.

Meist ist die Ursache harmlos. Weil aber auch eine Veränderung der Gebärmutterschleimhaut dahinterstecken kann, gehört eine Blutung, die nach den ersten sechs Monaten anhält oder neu auftritt, untersucht, meist zuerst mit einem Ultraschall.

Hast du ein erhöhtes Risiko für Krebs der Gebärmutterschleimhaut, etwa bei starkem Übergewicht, bei Übergewicht zusammen mit einem Diabetes, bei einer bekannten erblichen Veranlagung für Krebs von Gebärmutter oder Darm oder wenn du Hormone ohne den nötigen Schutz der Gebärmutterschleimhaut angewendet hast, lass jede unerwartete Blutung gleich abklären, auch in den ersten Monaten. Setz die Behandlung nicht selbst ab, sondern sprich mit deiner Ärztin. Mehr unter HRT im Überblick.

Abklären

Wann solltest du Blutungen ärztlich abklären lassen?

Neue, starke oder anhaltende Beschwerden lässt du ärztlich abklären. Bei plötzlichen Schmerzen im Brustkorb, Atemnot, Ohnmacht, Lähmungen oder Sprachstörungen wählst du sofort den Notruf 144. Jede Blutung nach der Menopause, auch eine einmalige Schmierblutung, und Blutungen nach dem Sex lässt du zuerst bei deiner Gynäkologin vor Ort untersuchen.

Häufige Fragen

Häufige Fragen zu Unregelmässige Periode

Wird der Zyklus in der Perimenopause kürzer oder länger?

Beides ist möglich. Zu Beginn der Perimenopause werden die Abstände oft kürzer oder schwanken um eine Woche oder mehr, später werden sie länger, bis die Periode zwei Monate oder länger ausbleibt. Wie das bei dir verläuft, ist sehr unterschiedlich. Ab 45 reicht ein veränderter Zyklus mit typischen Beschwerden meist aus, um die Perimenopause festzustellen. Vor 40 gehören solche Veränderungen ärztlich abgeklärt.

Warum hört meine Periode in den Wechseljahren nicht auf?

Ohne Eisprung baut sich die Gebärmutterschleimhaut oft stärker auf und blutet länger oder stärker ab. Auch Myome oder Polypen können dahinterstecken. Dauert eine Blutung länger als acht Tage, lass dich zeitnah bei deiner Gynäkologin vor Ort untersuchen. Sind Binde oder Tampon über mehrere Stunden jede Stunde durchnässt, noch am selben Tag. Bei einer starken Blutung mit Schwindel oder Ohnmacht wähl sofort den Notruf 144.

Was tun bei Schmierblutungen in den Wechseljahren?

In der Perimenopause sind Schmierblutungen zwischen den Perioden häufig und oft harmlos. Kommen sie immer wieder oder nach dem Sex, lass sie bei deiner Gynäkologin vor Ort abklären. Nach der Menopause gilt das für jede Schmierblutung, auch eine einmalige, weil dann auch eine Veränderung der Gebärmutterschleimhaut dahinterstecken kann.

Sind Blutungen unter einer Hormontherapie normal?

In den ersten sechs Monaten und in den ersten drei Monaten nach einem Wechsel der Behandlung sind unerwartete Blutungen häufig. Bei manchen Formen gehört auch eine regelmässige Blutung einmal im Monat dazu. Halten unerwartete Blutungen länger an, treten sie später auf oder ist die monatliche Blutung ungewohnt stark oder lang, lass sie bei deiner Gynäkologin vor Ort abklären. Setz die Behandlung nicht selbst ab.

Was tun bei starken Blutungen unter einer Hormontherapie?

Lass sie bei deiner Gynäkologin vor Ort abklären, meist mit einem Ultraschall, und setz die Behandlung nicht selbst ab. Meist ist die Ursache harmlos, doch auch eine Veränderung der Gebärmutterschleimhaut kann dahinterstecken. Was danach sinnvoll ist, bespricht deine Ärztin mit dir. Bei einer starken Blutung mit Schwindel oder Ohnmacht wähl sofort den Notruf 144.

Ist eine Blutung nach der Menopause gefährlich?

Meist steckt etwas Harmloses dahinter, etwa eine dünne, empfindliche Schleimhaut oder ein Polyp. Bei einigen Frauen ist es aber eine Vorstufe oder ein Krebs der Gebärmutterschleimhaut. Deshalb lässt du jede Blutung nach der Menopause, also wenn deine Periode schon zwölf Monate ausgeblieben war, zuerst bei deiner Gynäkologin vor Ort untersuchen, auch eine einmalige Schmierblutung, meist mit einem Ultraschall.

Erstellt von der Redaktion gynxtra zur allgemeinen Information. Ersetzt keine ärztliche Beratung.

Quellen

  1. STRAW+10, Harlow 2012: Harlow SD, Gass M, Hall JE, et al. Executive summary of the Stages of Reproductive Aging Workshop + 10. Menopause 2012;19(4):387-395 pmc.ncbi.nlm.nih.gov ↩︎
  2. Bull 2019: Bull JR, Rowland SP, Scherwitzl EB, et al. Real-world menstrual cycle characteristics of more than 600,000 menstrual cycles. npj Digit Med 2019;2:83. doi:10.1038/s41746-019-0152-7. Lizenz CC BY 4.0 (creativecommons.org/licenses/by/4.0), eigene Darstellung, Auswahl pmc.ncbi.nlm.nih.gov ↩︎
  3. IMS 2025: Panay N, Fenton A, Hamoda H, et al. International Menopause Society (IMS) recommendations and key messages on women's midlife health and menopause. Climacteric 2025. doi:10.1080/13697137.2025.2585487. Volldokument: imsociety.org
  4. ESE 2025: Lumsden MA, Dekkers OM, Faubion SS, et al. European Society of Endocrinology clinical practice guideline for evaluation and management of menopause and the perimenopause. Eur J Endocrinol 2025;193(4):G49-G81. doi:10.1093/ejendo/lvaf206. academic.oup.com
  5. FIGO 2023: Jain V, Munro MG, Critchley HOD. Contemporary evaluation of women and girls with abnormal uterine bleeding: FIGO Systems 1 and 2. Int J Gynaecol Obstet 2023;162(Suppl 2):29-42. doi:10.1002/ijgo.14946. doi.org

Deine Ärztin schaut auf das ganze Bild, nicht nur auf ein einzelnes Symptom.

In der ärztlichen Standortbestimmung ordnet deine Ärztin deine Beschwerden ein und empfiehlt eine gezielte Diagnostik nur dann, wenn sie für deinen Behandlungsplan etwas klärt.