Typische Beschwerde

Muskel- und Gelenk­schmerzen in den Wechseljahren

Dein Körper schmerzt, ohne dass du weisst warum.

Im Körper

Was passiert in deinem Körper?

Muskel- und Gelenkschmerzen ohne erkennbaren Grund, Steifheit am Morgen oder das Gefühl, hart trainiert zu haben, ohne es getan zu haben: Das kennen viele Frauen in den Wechseljahren. Die hormonelle Umstellung kann dazu beitragen, aber nicht jeder Schmerz in dieser Lebensphase kommt von den Hormonen.

In den Wechseljahren

Warum gerade jetzt?

Östrogen wirkt auch auf Gelenkknorpel, Sehnen und Muskeln und darauf, wie empfindlich der Körper Schmerz wahrnimmt. Sinkt es in den Wechseljahren, können Gelenke und Muskeln stärker schmerzen. Wie genau das zusammenhängt, ist noch nicht vollständig geklärt. Gleichzeitig nimmt mit dem Alter die Muskelmasse ab, und Arthrose zeigt sich in diesen Jahren häufiger.

Ärztliche Standortbestimmung

Was im Arztgespräch passiert.

Muskeln und Gelenke melden sich, ohne dass du weisst warum? Du beschreibst, was du bemerkst, und deine Ärztin ordnet es mit dir ein.

  1. Vorher

    Du füllst deinen Anamnese-Fragebogen aus, neun ärztlich zusammengestellte Themenblöcke zu Beschwerden, Vorgeschichte und Zielen. Vorhandene Vorbefunde lädst du in deinem Patientinnen-Cockpit hoch. Deine Ärztin wertet alles vorab aus.

    Fragen zu Vorbereitung, Unterlagen und Terminen beantwortet dein Care‑Team per E‑Mail an hello@gynxtra.ch, in der Regel innerhalb von 24 Stunden. Medizinische Fragen klärst du im Gespräch mit deiner Ärztin. Kann etwas nicht bis zum Termin warten, lass dich zeitnah vor Ort ärztlich untersuchen.

    Für Notfälle ist dieser Weg nicht gedacht: Bei akuten Beschwerden wende dich an die nächste Notfallaufnahme oder an 144.

  2. Im Gespräch

    30 Minuten per Video, mit dem Blick nach vorne. Deine Angaben und Vorbefunde kennt deine Ärztin dann schon, ihr sprecht über deine Situation und die nächsten sinnvollen Schritte.

  3. Danach

    Dein Bericht mit Therapieplan liegt schriftlich in deinem Patientinnen-Cockpit.

Dr. med. Bettina von SeefriedÄrztliche Leitung · Fachärztin FMH für Gynäkologie und Geburtshilfe

Das bekommst du

  • Anamnese vorab ärztlich ausgewertet
  • Rund 50 Min. ärztliche Zeit, davon 30 Min. per Video
  • Schriftlicher Bericht mit Therapieplan

CHF 250einmalig

Selbstzahlerleistung

  • Du verpflichtest dich zu keiner weiteren Behandlung.
  • Bis 24 Stunden vor dem Termin kostenlos umbuchen oder absagen.

Wie es danach weitergeht.

  • Diagnostik, wenn medizinisch angezeigt

    Nur wenn sie für deinen Behandlungsplan etwas klärt. Umfang und Kosten bespricht deine Ärztin vorab mit dir.

  • Behandlung nach ärztlicher Beurteilung

    Ob eine Behandlung sinnvoll ist, entscheidet sich nach der ärztlichen Abklärung. Sie wird individuell auf dich ausgerichtet und genau mit dir besprochen, eine medikamentöse Therapie wird bei Bedarf eingeleitet.

  • Ärztliche Begleitung

    Verlaufskontrollen mit deiner Ärztin, monatlich oder alle drei Monate. Die medizinisch empfohlene ärztliche Begleitung kostet CHF 190 pro Monat oder CHF 285 pro Quartal.

Im Alltag

Was hilft?

  • Regelmässige Bewegung, besonders Krafttraining, hilft dir, Muskeln und Knochen zu erhalten.
  • Sanfte Bewegung: Yoga, Schwimmen, Spazieren
  • Geschwollene, überwärmte Gelenke oder Morgensteifigkeit über eine Stunde lässt du zeitnah vor Ort ärztlich untersuchen.

Ob Laborwerte weiterhelfen, klärt deine Ärztin in der Standortbestimmung.

In Zahlen

Gelenk- und Muskelschmerzen in Zahlen

  • Gelenk- und Muskelbeschwerden sind mit 65,4 Prozent die häufigste von 19 Beschwerden, die Frauen in der Lebensmitte weltweit angeben.1

  • In einer Metaanalyse hatten 71 Prozent der Frauen in der Perimenopause Muskel- oder Gelenkschmerzen, häufiger als vor dem Übergang.2

Studien zeigen Werte von Gruppen. Deine persönliche Situation kann davon abweichen.

Ursachen

Warum schmerzen Gelenke und Muskeln in den Wechseljahren?

Gelenk- und Muskelschmerzen gehören zu den häufigen Beschwerden in den Wechseljahren, oft schon in der Perimenopause. Studien zeigen einen Zusammenhang mit der hormonellen Umstellung. Wie genau er entsteht, ist aber nicht geklärt. Meist kommen mehrere Gründe zusammen, deshalb lohnt sich bei anhaltenden Schmerzen eine ärztliche Einordnung.

Typisch sind Schmerzen und Steifheit in mehreren Gelenken, oft in Händen, Knien, Schultern oder Hüften, besonders morgens oder nach längerem Sitzen, meist für kurze Zeit. Mit dem Alter nimmt ausserdem die Muskelmasse ab, und kräftige Muskeln entlasten die Gelenke. Auch schlechter Schlaf, etwa durch nächtliche Hitzewallungen, und Stimmungstiefs können Schmerzen verstärken.

Andere Ursachen

Was kann sonst hinter Muskel- und Gelenkschmerzen stecken?

Ähnliche Beschwerden machen etwa Arthrose, entzündliches Rheuma, eine Schilddrüsenunterfunktion, ein Vitamin-D-Mangel oder manche Medikamente. Neue oder anhaltende Schmerzen gehören deshalb ärztlich eingeordnet, bevor du sie den Wechseljahren zuschreibst.

Arthrose oder Arthritis bei Frauen in der Schweiz, nach Alter

In der Schweiz gaben 2022 12,2 Prozent der Frauen zwischen 45 und 54 an, in den letzten zwölf Monaten eine diagnostizierte Arthrose oder Arthritis gehabt zu haben, zwischen 55 und 64 waren es 27,6 Prozent. Woher Gelenkschmerzen im Einzelfall kommen, zeigen diese Zahlen nicht. Wechseljahre und eine Gelenkerkrankung können auch zusammenkommen.3

Waagrechte Balken, Anteil der Frauen in der Schweiz mit diagnostizierter Arthrose oder Arthritis in den letzten zwölf Monaten, nach Alter, Gesundheitsbefragung 2022: 35 bis 44 Jahre 4,1 Prozent, 45 bis 54 Jahre 12,2, 55 bis 64 Jahre 27,6, 65 bis 74 Jahre 34,2, ab 75 Jahren 43,9 Prozent.
AltersgruppeAnteil mit diagnostizierter Arthrose oder Arthritis
35 bis 44 Jahre4,1 %
45 bis 54 Jahre12,2 %
55 bis 64 Jahre27,6 %
65 bis 74 Jahre34,2 %
75 Jahre und älter43,9 %

Schweizerische Gesundheitsbefragung 2022, rund 22'000 Personen ab 15 in Privathaushalten, Selbstangaben, hier nur Frauen. Gezählt ist, wer in den letzten zwölf Monaten eine Arthrose (etwa Gelenkabnutzung an Hüfte oder Knie) oder eine Arthritis (eine entzündliche Gelenkerkrankung, etwa Gicht) hatte, die ärztlich oder von einer anderen medizinischen Fachperson diagnostiziert wurde. Beide stehen in einer Zahl. Wer eine solche Erkrankung hat, ohne es zu wissen, fehlt in diesen Zahlen. Die Befragung erfasst das Alter, nicht die Wechseljahre. Über alle Altersgruppen ab 15 sind es bei Frauen 16,9 Prozent, bei Männern 9,9 Prozent.

Für eine Entzündung sprechen geschwollene, überwärmte Gelenke und eine Morgensteifigkeit, die länger als eine Stunde dauert. Ab etwa 50 können Schmerzen und Steifheit in beiden Schultern oder Hüften, die innert Tagen bis Wochen beginnen und morgens am stärksten sind, auf eine Polymyalgia rheumatica hinweisen, eine entzündliche Erkrankung, die rasch ärztlich abgeklärt gehört. Breiten sich Schmerzen über den ganzen Körper aus, zusammen mit Erschöpfung und schlechtem Schlaf, kann auch ein Fibromyalgiesyndrom dahinterstecken.

Gelenkschmerzen sind ausserdem eine häufige Nebenwirkung einer Antihormontherapie nach Brustkrebs, und manche Cholesterinsenker können Muskelschmerzen auslösen. Ein Medikament setzt du deshalb nicht selbst ab, sondern besprichst die Beschwerden mit der verschreibenden Ärztin.

Mit und ohne Hormone

Was hilft bei Gelenkschmerzen in den Wechseljahren?

Das hängt von der Ursache ab. Gut untersucht ist Bewegung: Krafttraining und regelmässige Bewegung helfen, Muskeln und Knochen zu erhalten, und bei Arthrose gehört gezieltes Training zur Grundbehandlung. Ob eine Hormontherapie Gelenk- und Muskelschmerzen lindert, ist weniger gut untersucht als bei Hitzewallungen.

Ohne Hormone. Beginne langsam und steigere dich, damit Schmerzen dich nicht ausbremsen. Physiotherapie kann dir zeigen, welche Übungen zu deinen Gelenken passen. Bei Übergewicht kann Abnehmen die Gelenke entlasten, vor allem die Knie. Für Nahrungsergänzungsmittel gegen Gelenk- und Muskelschmerzen fehlen gute Belege. Nimmst du über längere Zeit Schmerzmittel, auch frei verkäufliche, sprich das mit deiner Ärztin ab, denn manche können Magen, Nieren, Herz oder Leber belasten.

Hormontherapie. Die Schweizer Fachgesellschaft SGGG zählt Gelenkschmerzen zu den Wechseljahresbeschwerden, bei denen eine Hormontherapie eine Möglichkeit ist. Ob eine Hormontherapie für dich infrage kommt, hängt von deinem Alter, deiner Vorgeschichte und deinen Risiken ab. Risikofrei ist sie nicht: Je nach Form und Dauer kann sie etwa das Risiko für Thrombosen, Schlaganfälle oder Brustkrebs leicht erhöhen. Nach Brustkrebs, einer Thrombose und bei einigen anderen Vorerkrankungen kommt sie nicht oder nur nach sorgfältiger Abwägung infrage. Sie verhütet nicht, deshalb gehört die Verhütung in dieselbe Beratung. Mehr unter HRT im Überblick.

Abklären

Wann solltest du Muskel- und Gelenkschmerzen ärztlich abklären lassen?

Neue, starke oder anhaltende Beschwerden lässt du ärztlich abklären. Bei plötzlichen Schmerzen im Brustkorb, Atemnot, Ohnmacht, Lähmungen oder Sprachstörungen wählst du sofort den Notruf 144. Neue Kopfschmerzen an der Schläfe oder Schmerzen beim Kauen, besonders mit Schulter- oder Hüftschmerzen, lässt du noch am selben Tag vor Ort ärztlich untersuchen.

Häufige Fragen

Häufige Fragen zu Muskelschmerzen

Können die Wechseljahre Gelenk- und Muskelschmerzen verursachen?

Ja, Gelenk- und Muskelschmerzen gehören zu den häufigen Beschwerden in den Wechseljahren, oft schon in der Perimenopause. Studien zeigen einen Zusammenhang mit der hormonellen Umstellung. Wie genau er entsteht, ist aber nicht geklärt. Weil auch Arthrose, Rheuma, die Schilddrüse oder Medikamente ähnliche Schmerzen machen, gehören neue oder anhaltende Beschwerden ärztlich eingeordnet.

Was hilft bei Gelenkschmerzen in den Wechseljahren?

Gut untersucht ist Bewegung, besonders Krafttraining, langsam gesteigert und bei Bedarf mit Physiotherapie. Bei Übergewicht kann Abnehmen die Gelenke entlasten, vor allem die Knie. Eine Hormontherapie kann bei Wechseljahresbeschwerden eine Möglichkeit sein, für Gelenkschmerzen ist sie aber weniger gut untersucht als für Hitzewallungen, und sie ist nicht frei von Risiken. Welcher Weg passt, hängt von der Ursache ab, deine Ärztin ordnet das mit dir ein.

Kann man Gelenkschmerzen in den Wechseljahren natürlich behandeln?

Ohne Medikamente hilft vor allem regelmässige Bewegung: Krafttraining erhält die Muskeln, die deine Gelenke entlasten, und sanfte Ausdauer wie Schwimmen oder Velofahren schont sie. Für Nahrungsergänzungsmittel gegen Gelenkschmerzen fehlen gute Belege. Bei pflanzlichen Mitteln sind die Belege uneinheitlich, die Präparate unterscheiden sich stark, und manche wechselwirken mit Medikamenten. Sprich sie deshalb vorher mit deiner Ärztin ab, vor allem wenn du Medikamente nimmst.

Wechseljahre, Arthrose oder Rheuma: Wie unterscheide ich das?

An den Schmerzen allein oft nicht, und manches kommt zusammen. Für eine Entzündung wie Rheuma sprechen geschwollene, überwärmte Gelenke und eine Morgensteifigkeit über eine Stunde. Arthrose betrifft oft einzelne Gelenke wie Knie, Hüfte oder Fingergelenke und schmerzt eher bei Belastung. Deine Ärztin ordnet ein, ob deine Beschwerden zu den Wechseljahren passen, eine andere Ursache haben oder beides zusammenkommt.

Sind Nervenschmerzen oder Kribbeln typisch für die Wechseljahre?

Kribbeln oder ein Gefühl wie Ameisenlaufen auf der Haut beschreiben manche Frauen in den Wechseljahren. Nervenschmerzen, Taubheit oder Schwäche in Armen oder Beinen sind aber kein typisches Zeichen und gehören ärztlich abgeklärt, etwa wegen eines eingeengten Nervs, eines Diabetes oder eines Vitaminmangels. Bei plötzlicher Taubheit oder Lähmung auf einer Körperseite wähl sofort den Notruf 144.

Erstellt von der Redaktion gynxtra zur allgemeinen Information. Ersetzt keine ärztliche Beratung.

Quellen

  1. Fang 2024: Fang Y, Liu F, Zhang X, et al. Mapping global prevalence of menopausal symptoms among middle-aged women: a systematic review and meta-analysis. BMC Public Health 2024;24:1767. doi:10.1186/s12889-024-19280-5. Lizenz CC BY 4.0 (creativecommons.org/licenses/by/4.0), eigene Darstellung, Auswahl doi.org ↩︎
  2. Lu 2020: Lu CB, Liu PF, Zhou YS, et al. Musculoskeletal Pain during the Menopausal Transition: A Systematic Review and Meta-Analysis. Neural Plast 2020;2020:8842110. doi:10.1155/2020/8842110 europepmc.org ↩︎
  3. Obsan/BAG, SGB 2022: Bundesamt für Gesundheit (BAG) und Schweizerisches Gesundheitsobservatorium (Obsan). Arthrose, Arthritis und Osteoporose (Alter: 15+). MonAM-Indikator, zuletzt aktualisiert 14.11.2024. Daten: Bundesamt für Statistik (BFS), Schweizerische Gesundheitsbefragung 2022, eigene Darstellung ind.obsan.admin.ch ↩︎
  4. NICE NG23: National Institute for Health and Care Excellence (NICE). Menopause: identification and management. NICE guideline NG23, veröffentlicht 12.11.2015, zuletzt aktualisiert 15.04.2026. nice.org.uk
  5. SGGG Informationsblatt: gynécologie suisse SGGG. Informationsblatt für Frauen zur Hormonbehandlung in den Wechseljahren, Dezember 2024. sggg.ch
  6. SGGG EB 90: Stute P, Singer M, Streuli I, Birkhäuser M, Weidlinger S, Bürki R. Expertenbrief Nr. 90 (ersetzt Nr. 42): Aktuelle Empfehlungen zur systemischen Menopausalen Hormontherapie (MHT). Kommission Qualitätssicherung gynécologie suisse SGGG, 02.01.2025. sggg.ch
  7. TMS 2022: The 2022 hormone therapy position statement of The North American Menopause Society (heute The Menopause Society). Menopause 2022;29(7):767-794. menopause.org
  8. IMS 2025: Panay N, Fenton A, Hamoda H, et al. International Menopause Society (IMS) recommendations and key messages on women's midlife health and menopause. Climacteric 2025. doi:10.1080/13697137.2025.2585487. Volldokument: imsociety.org
  9. ESE 2025: Lumsden MA, Dekkers OM, Faubion SS, et al. European Society of Endocrinology clinical practice guideline for evaluation and management of menopause and the perimenopause. Eur J Endocrinol 2025;193(4):G49-G81. doi:10.1093/ejendo/lvaf206. academic.oup.com

Deine Ärztin schaut auf das ganze Bild, nicht nur auf ein einzelnes Symptom.

In der ärztlichen Standortbestimmung ordnet deine Ärztin deine Beschwerden ein und empfiehlt eine gezielte Diagnostik nur dann, wenn sie für deinen Behandlungsplan etwas klärt.