Typische Beschwerde

Schlaf­störungen in den Wechseljahren

Du liegst wach und weisst nicht warum.

Im Körper

Was passiert in deinem Körper?

Einschlafprobleme, häufiges Aufwachen mitten in der Nacht oder frühes Erwachen ohne erneutes Einschlafen: Schlafstörungen in der Perimenopause sind keine Einbildung. Oft spielen die Hormone mit, etwa über nächtliche Hitzewallungen, und meist kommen weitere Gründe dazu.

In den Wechseljahren

Warum gerade jetzt?

Häufig unterbrechen nächtliche Hitzewallungen und Schweissausbrüche den Schlaf. In der Perimenopause schwankt zudem Östrogen und sinkt mit der Zeit, und weil der Eisprung häufiger ausbleibt, sinkt auch Progesteron. Ob das den Schlaf auch direkt verschlechtert, ist nicht vollständig geklärt. So kann ein Kreislauf aus Beschwerden und Schlafverlust entstehen.

Ärztliche Standortbestimmung

Was im Arztgespräch passiert.

Du liegst nachts wach und der nächste Tag fällt dir schwer? Du beschreibst, was du bemerkst, und deine Ärztin ordnet es mit dir ein.

  1. Vorher

    Du füllst deinen Anamnese-Fragebogen aus, neun ärztlich zusammengestellte Themenblöcke zu Beschwerden, Vorgeschichte und Zielen. Vorhandene Vorbefunde lädst du in deinem Patientinnen-Cockpit hoch. Deine Ärztin wertet alles vorab aus.

    Fragen zu Vorbereitung, Unterlagen und Terminen beantwortet dein Care‑Team per E‑Mail an hello@gynxtra.ch, in der Regel innerhalb von 24 Stunden. Medizinische Fragen klärst du im Gespräch mit deiner Ärztin. Kann etwas nicht bis zum Termin warten, lass dich zeitnah vor Ort ärztlich untersuchen.

    Für Notfälle ist dieser Weg nicht gedacht: Bei akuten Beschwerden wende dich an die nächste Notfallaufnahme oder an 144.

  2. Im Gespräch

    30 Minuten per Video, mit dem Blick nach vorne. Deine Angaben und Vorbefunde kennt deine Ärztin dann schon, ihr sprecht über deine Situation und die nächsten sinnvollen Schritte.

  3. Danach

    Dein Bericht mit Therapieplan liegt schriftlich in deinem Patientinnen-Cockpit.

Dr. med. Bettina von SeefriedÄrztliche Leitung · Fachärztin FMH für Gynäkologie und Geburtshilfe

Das bekommst du

  • Anamnese vorab ärztlich ausgewertet
  • Rund 50 Min. ärztliche Zeit, davon 30 Min. per Video
  • Schriftlicher Bericht mit Therapieplan

CHF 250einmalig

Selbstzahlerleistung

  • Du verpflichtest dich zu keiner weiteren Behandlung.
  • Bis 24 Stunden vor dem Termin kostenlos umbuchen oder absagen.

Wie es danach weitergeht.

  • Diagnostik, wenn medizinisch angezeigt

    Nur wenn sie für deinen Behandlungsplan etwas klärt. Umfang und Kosten bespricht deine Ärztin vorab mit dir.

  • Behandlung nach ärztlicher Beurteilung

    Ob eine Behandlung sinnvoll ist, entscheidet sich nach der ärztlichen Abklärung. Sie wird individuell auf dich ausgerichtet und genau mit dir besprochen, eine medikamentöse Therapie wird bei Bedarf eingeleitet.

  • Ärztliche Begleitung

    Verlaufskontrollen mit deiner Ärztin, monatlich oder alle drei Monate. Die medizinisch empfohlene ärztliche Begleitung kostet CHF 190 pro Monat oder CHF 285 pro Quartal.

Im Alltag

Was hilft?

  • Feste Schlafzeiten, auch am Wochenende
  • Schlafzimmer dunkel, ruhig und eher kühl
  • Bildschirme 60 Minuten vor dem Schlafen meiden

Ob Laborwerte weiterhelfen, klärt deine Ärztin in der Standortbestimmung.

In Zahlen

Schlafprobleme in Zahlen

  • In einer weltweiten Auswertung von 321 Studien berichteten 51,9 Prozent der Frauen in der Lebensmitte von Schlafproblemen.1

  • In einer US-Studie mit Messung im Schlaflabor war die Chance auf Atemaussetzer im Schlaf nach der Menopause 2,6-mal so hoch wie davor, unabhängig von Alter und Körperbau.2

Studien zeigen Werte von Gruppen. Deine persönliche Situation kann davon abweichen. Chance (Odds Ratio) ist nicht dasselbe wie Risiko.

Ursachen

Warum schlafen viele Frauen in den Wechseljahren schlechter?

Schlafprobleme sind in den Wechseljahren häufig: Je nach Studie berichten 40 bis 69 von 100 Frauen davon. Typisch ist, dass du nachts öfter und länger wach liegst und schwer wieder einschläfst. Meist wirken mehrere Gründe zusammen.

Ein- und Durchschlafstörungen in der Schweiz, nach Alter

In der Schweiz gaben 2022 51,8 Prozent der Frauen zwischen 50 und 64 Ein- oder Durchschlafstörungen in den letzten vier Wochen an, bei den Männern gleichen Alters 33,3 Prozent. Das ist der höchste Anteil aller Alters- und Geschlechtergruppen.3

Ein- und Durchschlafstörungen in der Schweiz, nach Alter
AltersgruppeAnteil mit Ein- oder Durchschlafstörungen
15 bis 34 Jahre, Frauen39,8 %
15 bis 34 Jahre, Männer30,1 %
35 bis 49 Jahre, Frauen37,0 %
35 bis 49 Jahre, Männer30,5 %
50 bis 64 Jahre, Frauen51,8 %
50 bis 64 Jahre, Männer33,3 %
65 Jahre und älter, Frauen48,9 %
65 Jahre und älter, Männer29,0 %

Schweizerische Gesundheitsbefragung 2022, Selbstangaben, Personen ab 15 in Privathaushalten. Gezählt sind Beschwerden «ein bisschen» oder «stark» in den letzten vier Wochen. Ob sie mit den Wechseljahren zusammenhängen, erfasst die Befragung nicht.

Ein wichtiger Grund sind nächtliche Hitzewallungen: Sie wecken dich, und wer nachts mehrmals kurz aufwacht, erinnert sich am Morgen oft nicht daran. Schlecht schlafen kannst du in dieser Phase aber auch ohne Hitzewallungen. Ob die sinkenden Hormone den Schlaf auch direkt stören, ist nicht vollständig geklärt. Mehr zu Nachtschweiss und Hitzewallungen.

Dazu kommen Grübeln und Sorgen, Stimmungstiefs, nächtlicher Harndrang, Schmerzen in Gelenken oder Muskeln und die Belastungen dieser Lebensjahre. Wer schlecht schläft, ist tagsüber erschöpfter und dünnhäutiger, und die Sorge um den Schlaf hält dich nachts zusätzlich wach. So entsteht leicht ein Kreislauf. Mehr zu Erschöpfung und Stimmungsschwankungen.

Andere Ursachen

Was kann sonst hinter Schlafstörungen stecken?

Atemaussetzer im Schlaf, die Schlafapnoe, werden nach der Menopause häufiger. Bei Frauen fallen sie oft weniger auf als bei Männern: Statt lautem Schnarchen stehen Müdigkeit am Tag, Kopfschmerzen am Morgen oder Durchschlafprobleme im Vordergrund. Ob eine Schlafapnoe dahintersteckt, klärt ein Schlaftest. Ein einfacher Test zu Hause übersieht sie bei Frauen öfter, deshalb braucht es manchmal eine Untersuchung im Schlaflabor.

Auch eine Depression oder eine Angststörung kann den Schlaf stören. Typisch für eine Depression ist frühes Erwachen mit Grübeln, zusammen mit Niedergeschlagenheit oder Freudlosigkeit über mindestens zwei Wochen. Die Perimenopause ist eine Zeit, in der Depressionen häufiger vorkommen, vor allem bei Frauen, die schon früher eine Depression hatten.

Ähnlich wirken unruhige Beine am Abend, die zum Bewegen drängen, eine Schilddrüsenüberfunktion, Schmerzen, Sodbrennen, Alkohol am Abend, Koffein am Nachmittag und manche Medikamente. Ein Medikament setzt du nicht selbst ab, sondern besprichst die Beschwerden mit der verschreibenden Ärztin.

Mit und ohne Hormone

Was hilft bei Schlafstörungen in den Wechseljahren?

Gut untersucht ist eine kognitive Verhaltenstherapie gegen Schlaflosigkeit, nach den Leitlinien die erste Behandlung, auch in den Wechseljahren. Wecken dich nächtliche Hitzewallungen, kann zusätzlich eine Hormontherapie den Schlaf verbessern, sie ist aber nicht für jede Frau geeignet und nicht frei von Risiken. Steckt eine Schlafapnoe oder eine Depression dahinter, wird sie eigenständig behandelt.

Ohne Hormone. Die Verhaltenstherapie gegen Schlaflosigkeit dauert meist einige Wochen. Sie verbindet Wissen über den Schlaf mit klaren Regeln: erst ins Bett, wenn du müde bist, nicht lange wach im Bett liegen, jeden Morgen zur selben Zeit aufstehen und die Zeit im Bett anfangs gezielt begrenzen, möglichst mit Anleitung, weil du in den ersten Wochen tagsüber müder sein kannst. Es gibt sie bei Fachpersonen für Psychotherapie oder Schlafmedizin, einzeln, in der Gruppe oder per Video, und als Selbsthilfe-Programm. Bewegung am Tag, Tageslicht am Morgen, wenig Alkohol am Abend und kein Koffein am Nachmittag unterstützen den Schlaf.

Schlafmittel helfen meist nur für kurze Zeit, können abhängig machen und das Risiko für Stürze erhöhen. Nimm sie deshalb nur nach ärztlicher Rücksprache, und setz sie nicht abrupt ab, wenn du sie schon länger nimmst. Für Nahrungsergänzungsmittel gegen Schlafprobleme fehlen gute Belege. Bei pflanzlichen Mitteln sind die Belege uneinheitlich, und manche wechselwirken mit Medikamenten.

Hormontherapie. Wecken dich nächtliche Hitzewallungen, kann eine Hormontherapie den Schlaf verbessern. Schläfst du ohne Hitzewallungen schlecht, ist ihr Nutzen für den Schlaf nach heutigem Wissen unsicher. Ob eine Hormontherapie für dich infrage kommt, hängt von deinem Alter, deiner Vorgeschichte und deinen Risiken ab. Risikofrei ist sie nicht: Je nach Form und Dauer kann sie etwa das Risiko für Thrombosen, Schlaganfälle oder Brustkrebs leicht erhöhen. Nach Brustkrebs, einer Thrombose und bei einigen anderen Vorerkrankungen kommt sie nicht oder nur nach sorgfältiger Abwägung infrage. Sie verhütet nicht, deshalb gehört die Verhütung in dieselbe Beratung. Mehr unter HRT im Überblick.

Bei Schlafapnoe oder Depression. Eine Schlafapnoe wird eigenständig behandelt, meist über deine Hausärztin und eine Fachperson für Schlafmedizin. Eine Depression ist gut behandelbar, mit Psychotherapie und, wenn nötig, Medikamenten. Die Behandlung übernimmt dann deine Hausärztin oder eine Fachperson für Psychiatrie oder Psychotherapie.

Abklären

Wann solltest du Schlafstörungen ärztlich abklären lassen?

Neue, starke oder anhaltende Beschwerden lässt du ärztlich abklären. Bei plötzlichen Schmerzen im Brustkorb, Atemnot, Ohnmacht, Lähmungen oder Sprachstörungen wählst du sofort den Notruf 144. Lautes Schnarchen, Atemaussetzer oder Einschlafen am Tag lässt du ärztlich abklären. Bist du am Steuer schon eingenickt, fahr nicht selbst, bis das abgeklärt ist.

Häufige Fragen

Häufige Fragen zu Schlafstörungen

Warum schlafe ich in den Wechseljahren so schlecht?

Oft wirken mehrere Gründe zusammen: Nächtliche Hitzewallungen wecken dich, dazu kommen Grübeln, Stimmungstiefs, nächtlicher Harndrang und die Belastungen dieser Lebensjahre. Schlafprobleme sind in den Wechseljahren häufig, auch ohne Hitzewallungen. Weil auch Atemaussetzer im Schlaf, eine Depression oder Medikamente dahinterstecken können, lass anhaltende Schlafprobleme ärztlich einordnen.

Warum wache ich nachts zwischen 2 und 4 Uhr auf?

Nachts aufzuwachen und wach zu liegen, ist in den Wechseljahren häufig, eine feste Uhrzeit dafür gibt es nicht. Oft steckt eine nächtliche Hitzewallung dahinter, manchmal auch Harndrang, Alkohol am Abend oder Grübeln, das dich nicht mehr einschlafen lässt. Wachst du sehr früh am Morgen auf, findest nicht mehr in den Schlaf und bist zugleich niedergeschlagen, kann auch eine Depression dahinterstecken. Hält das über Wochen an oder belastet es dich am Tag, lass es ärztlich einordnen.

Was hilft bei Schlafstörungen in den Wechseljahren?

Gut untersucht ist eine kognitive Verhaltenstherapie gegen Schlaflosigkeit, nach den Leitlinien die erste Behandlung. Feste Aufstehzeiten, Bewegung am Tag und wenig Alkohol am Abend unterstützen sie. Wecken dich nächtliche Hitzewallungen, kann eine Hormontherapie den Schlaf verbessern. Sie ist aber nicht für jede Frau geeignet und nicht frei von Risiken. Was zu dir passt, wägt deine Ärztin mit dir ab.

Hilft eine Hormontherapie bei Schlafstörungen?

Wecken dich nächtliche Hitzewallungen, kann eine Hormontherapie den Schlaf verbessern. Schläfst du ohne Hitzewallungen schlecht, ist ihr Nutzen für den Schlaf nach heutigem Wissen unsicher, und eine kognitive Verhaltenstherapie gegen Schlaflosigkeit ist der erste Weg. Eine Hormontherapie ist nicht für jede Frau geeignet und nicht frei von Risiken. Ob sie für dich infrage kommt, beurteilt deine Ärztin.

Können die Wechseljahre Albträume auslösen?

Manche Frauen berichten in den Wechseljahren von lebhaften Träumen oder Albträumen. Ob die Hormone sie direkt auslösen, ist kaum untersucht. Wer nachts öfter aufwacht, etwa durch Hitzewallungen, erinnert sich eher an Träume. Auch Stress, Ängste, Alkohol und manche Medikamente können Albträume verstärken. Häufen sie sich und belasten dich, sprich mit deiner Ärztin, und setz ein Medikament nicht selbst ab.

Schlafapnoe oder Wechseljahre: Woran erkenne ich den Unterschied?

An den Beschwerden allein oft nicht, denn beides kann Durchschlafprobleme und Müdigkeit am Tag machen. Hinweise auf eine Schlafapnoe sind lautes Schnarchen, Atemaussetzer, die jemand beobachtet, Kopfschmerzen am Morgen und Einschlafen am Tag. Bei Frauen fehlt das laute Schnarchen oft. Klären lässt sich das mit einem Schlaftest, bei Frauen oft im Schlaflabor, weil ein einfacher Test zu Hause die Schlafapnoe bei ihnen öfter übersieht. Bist du am Steuer schon eingenickt, fahr nicht selbst, bis das abgeklärt ist.

Erstellt von der Redaktion gynxtra zur allgemeinen Information. Ersetzt keine ärztliche Beratung.

Quellen

  1. Fang 2024: Fang Y, Liu F, Zhang X, et al. Mapping global prevalence of menopausal symptoms among middle-aged women: a systematic review and meta-analysis. BMC Public Health 2024;24:1767. doi:10.1186/s12889-024-19280-5. Lizenz CC BY 4.0 (creativecommons.org/licenses/by/4.0), eigene Darstellung, Auswahl doi.org ↩︎
  2. Young 2003: Young T, Finn L, Austin D, Peterson A. Menopausal status and sleep-disordered breathing in the Wisconsin Sleep Cohort Study. Am J Respir Crit Care Med 2003;167(9):1181-1185. doi:10.1164/rccm.200209-1055OC europepmc.org ↩︎
  3. BFS/Obsan, SGB 2022: Bundesamt für Statistik (BFS), Schweizerische Gesundheitsbefragung 2022, Auswertung Schweizerisches Gesundheitsobservatorium (Obsan), Indikator «Einschlaf- oder Durchschlafstörungen», eigene Darstellung ind.obsan.admin.ch ↩︎
  4. IMS 2025: Panay N, Fenton A, Hamoda H, et al. International Menopause Society (IMS) recommendations and key messages on women's midlife health and menopause. Climacteric 2025. doi:10.1080/13697137.2025.2585487. Volldokument: imsociety.org
  5. Insomnie-Leitlinie 2023: Riemann D, Espie CA, Altena E, et al. The European Insomnia Guideline: An update on the diagnosis and treatment of insomnia 2023. J Sleep Res 2023;32(6):e14035. doi:10.1111/jsr.14035. doi.org
  6. USZ Schlafapnoe: Universitätsspital Zürich. Schlaf-bezogene Atmungsstörungen und Schlafapnoe. Zuletzt aktualisiert 27.05.2026. usz.ch (abgerufen 06.10.2026)

Deine Ärztin schaut auf das ganze Bild, nicht nur auf ein einzelnes Symptom.

In der ärztlichen Standortbestimmung ordnet deine Ärztin deine Beschwerden ein und empfiehlt eine gezielte Diagnostik nur dann, wenn sie für deinen Behandlungsplan etwas klärt.