HRT · Hormonersatztherapie · gynxtra Schweiz

HRT: Was du über die Hormonersatztherapie wirklich wissen solltest

HRT hatte lange einen schlechten Ruf. Heute ist sie gut untersucht: Für viele Frauen mit Wechseljahresbeschwerden überwiegt der Nutzen die Risiken. Ob das für dich gilt, klärt deine Ärztin mit dir.

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Was ist HRT?

Hormonersatztherapie (HRT) gleicht die Hormone aus, die die Eierstöcke in der Peri- und Postmenopause nicht mehr ausreichend bilden: vor allem Östrogen, bei vorhandener Gebärmutter zusammen mit einem Gestagen wie Progesteron.

Ziel ist, Beschwerden zu lindern. Früh begonnen, bremst sie zusätzlich den Knochenabbau. Zur Vorbeugung allein wird sie nicht verschrieben.

Warum HRT lange als gefährlich galt, und was sich seither geändert hat

2002 veröffentlichte die Women's Health Initiative (WHI) Ergebnisse, die weltweit viele Frauen und Ärztinnen verunsicherten. In der Folge verzichteten viele Frauen jahrelang auf eine Therapie, die ihnen geholfen hätte.

Heute wissen wir: Die WHI war methodisch eine solide Studie, ihre Ergebnisse lassen sich aber nur eingeschränkt auf jüngere Frauen im Übergang übertragen. Sie verwendete überwiegend synthetische, orale Präparate, und die Teilnehmerinnen waren im Durchschnitt 63 Jahre alt, also meist zehn und mehr Jahre nach der Menopause.

Aktuelle Leitlinien, etwa von NICE (2024) und der Menopause Society (2022), kommen zu dem Schluss: Für viele Frauen unter 60 oder in den ersten zehn Jahren nach der Menopause überwiegt der Nutzen die Risiken.

Wichtig: Risikofrei ist HRT nicht. Wie Nutzen und Risiken für dich ausfallen, hängt von deinem Alter, deiner Vorgeschichte und der gewählten Form ab. Das bespricht deine Ärztin mit dir.

Körperidentische und synthetische Hormone: was sie unterscheidet

  • Körperidentisch, oft «bioidentisch» genannt, heisst: chemisch gleich wie die körpereigenen Hormone Östradiol und Progesteron. Ein eigenes Sicherheitsversprechen ist damit nicht verbunden.
  • Über die Haut (Gel, Pflaster, Spray) umgeht Östrogen die Leber und ist in üblicher Dosis nach heutigem Wissen nicht mit einem erhöhten Thromboserisiko verbunden.
  • Die Dosis richtet sich nach deinen Beschwerden und der Verträglichkeit, nicht nach einem Hormonwert.
  • Deine Ärztin überprüft die Therapie mindestens einmal im Jahr. Laborwerte kommen dazu, wenn sie etwas klären.

Formen der HRT

FormApplikationHinweis
Gel (täglich)Haut (transdermal)In üblicher Dosis nach heutigem Wissen ohne erhöhtes Thromboserisiko
Pflaster (zweimal pro Woche)Haut (transdermal)Gleichmässige Abgabe, ebenfalls über die Haut
SprayHaut (transdermal)Weitere Form über die Haut
Östrogen als TabletteSchluckenMöglich, bei Risikofaktoren für Thrombose wird die Haut bevorzugt
Progesteron als KapselSchluckenHäufig zum Schutz der Gebärmutterschleimhaut
Lokal (vaginal)ScheideBei urogenitalen Beschwerden, niedrig dosiert und mit nur minimaler Aufnahme in den Blutkreislauf

Was HRT bewirken kann

  • Hitzewallungen und Nachtschweiss: laut aktuellen Leitlinien sehr wirksam
  • Schlaf und Stimmung: bessern sich bei vielen Frauen mit, oft weil die Hitzewallungen nachlassen
  • Knochen: Eine Hormontherapie bremst den Verlust an Knochendichte, solange die Therapie läuft
  • Herzinfarkt und Schlaganfall: Östrogen schützt die Gefässe vor Arteriosklerose, der wichtigsten Ursache von Herzinfarkt und Schlaganfall. Früh wegen Beschwerden begonnen, erhält eine Hormontherapie diesen Schutz
  • Stoffwechsel: Mit dem Östrogenmangel steigt das Risiko für Typ-2-Diabetes. Unter Therapie tritt Diabetes seltener neu auf
  • Gehirn: Früh begonnen, kann eine Hormontherapie zum Schutz vor Demenz beitragen

Verschrieben wird eine Hormontherapie wegen Beschwerden. Zur Vorbeugung allein wird sie nicht verschrieben, dafür ist sie nicht zugelassen.

Für wen HRT nicht oder nur mit Vorsicht infrage kommt

Nicht oder nur nach sorgfältiger Abwägung infrage kommt HRT unter anderem bei:

  • Brustkrebs oder anderen hormonabhängigen Tumoren, auch in der Vorgeschichte
  • Thrombose, Lungenembolie, Herzinfarkt oder Schlaganfall, auch in der Vorgeschichte
  • Ungeklärten Blutungen aus der Scheide
  • Schweren Lebererkrankungen

Die Liste ist nicht vollständig. Deine Ärztin geht deine Vorgeschichte in der Erstkonsultation mit dir durch.

Worauf du unter HRT achtest

  • Anfangs können Brustspannen oder Schmierblutungen auftreten, oft lassen sie nach.
  • Neu auftretende Blutungen oder Blutungen nach mehr als sechs Monaten Therapie lässt du ärztlich abklären.
  • Die Brustkrebsvorsorge läuft wie empfohlen weiter.

Wie deine Ärztin bei gynxtra vorgeht

  • Erstkonsultation per Video: deine Beschwerden, deine Vorgeschichte und deine Ziele
  • Diagnostik nur, wenn sie etwas klärt: Dann empfiehlt deine Ärztin ein passendes Laborprofil und bespricht Umfang und Kosten vorab mit dir
  • Eine Hormontherapie nur, wenn sie medizinisch angezeigt ist. Eine Verordnung erfolgt nicht automatisch
  • Ärztliche Begleitung mit Verlaufskontrollen, wenn eine laufende Behandlung sinnvoll ist
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Häufige Fragen

Häufige Fragen zur HRT

Ist HRT sicher?

Für viele Frauen unter 60 oder in den ersten zehn Jahren nach der Menopause überwiegt nach aktuellen Leitlinien der Nutzen einer HRT die Risiken. Risikofrei ist sie nicht: Östrogen als Tablette erhöht das Thromboserisiko leicht, eine kombinierte Therapie das Brustkrebsrisiko. Ob HRT für dich passt, klärt deine Ärztin mit dir.

Bekomme ich Brustkrebs von HRT?

Bei einer kombinierten Therapie aus Östrogen und Gestagen steigt das Brustkrebsrisiko leicht und nimmt mit der Anwendungsdauer zu. Östrogen allein, das nur nach einer Gebärmutterentfernung infrage kommt, erhöht es kaum oder gar nicht. Bei Brustkrebs in deiner Familie wägt deine Ärztin besonders sorgfältig ab.

Wie schnell wirkt HRT?

Erste Verbesserungen bei Hitzewallungen und Schlaf zeigen sich oft nach zwei bis vier Wochen, die volle Wirkung meist nach bis zu drei Monaten. In dieser Zeit passt deine Ärztin die Dosis bei Bedarf an.

Brauche ich zusätzlich ein Gestagen?

Wenn du eine Gebärmutter hast, ja. Ein Gestagen, zum Beispiel Progesteron, schützt die Gebärmutterschleimhaut. Nach einer Gebärmutterentfernung reicht meist Östrogen allein. Ausnahmen, etwa nach Endometriose, bespricht deine Ärztin mit dir.

Wie lange kann ich HRT nehmen?

Es gibt keine feste Obergrenze. Wie lange eine Therapie sinnvoll ist, überprüft deine Ärztin mindestens einmal im Jahr mit dir. Bei einer kombinierten Therapie steigt das Brustkrebsrisiko mit der Dauer leicht, das gehört in diese Abwägung.

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