Stimmungsschwankungen und innere Unruhe in den Wechseljahren
Emotionen, die kommen und gehen, ohne erkennbaren Auslöser.
Was passiert in deinem Körper?
Plötzliche Reizbarkeit, unerklärliche Traurigkeit, innere Unruhe oder Ängste, die du von dir nicht kennst: Stimmungsschwankungen in den Wechseljahren sind keine Charakterschwäche. Hormonveränderungen können sie auslösen oder verstärken.
Warum gerade jetzt?
Östrogen und Progesteron wirken im Gehirn auf Botenstoffe wie Serotonin und GABA, die an der Stimmung beteiligt sind. In der Perimenopause schwankt Östrogen stark, und Progesteron sinkt, weil der Eisprung häufiger ausbleibt. Manche Frauen reagieren auf diese Schwankungen empfindlicher als andere.
Was im Arztgespräch passiert.
Deine Stimmung schwankt stärker, als du es von dir kennst? Du beschreibst, was du bemerkst, und deine Ärztin ordnet es mit dir ein.
Vorher
Du füllst deinen Anamnese-Fragebogen aus, neun ärztlich zusammengestellte Themenblöcke zu Beschwerden, Vorgeschichte und Zielen. Vorhandene Vorbefunde lädst du in deinem Patientinnen-Cockpit hoch. Deine Ärztin wertet alles vorab aus.
Fragen zu Vorbereitung, Unterlagen und Terminen beantwortet dein Care‑Team per E‑Mail an hello@gynxtra.ch, in der Regel innerhalb von 24 Stunden. Medizinische Fragen klärst du im Gespräch mit deiner Ärztin. Kann etwas nicht bis zum Termin warten, lass dich zeitnah vor Ort ärztlich untersuchen.
Für Notfälle ist dieser Weg nicht gedacht: Bei akuten Beschwerden wende dich an die nächste Notfallaufnahme oder an 144.
Im Gespräch
30 Minuten per Video, mit dem Blick nach vorne. Deine Angaben und Vorbefunde kennt deine Ärztin dann schon, ihr sprecht über deine Situation und die nächsten sinnvollen Schritte.
Danach
Dein Bericht mit Therapieplan liegt schriftlich in deinem Patientinnen-Cockpit.

Dr. med. Bettina von SeefriedÄrztliche Leitung · Fachärztin FMH für Gynäkologie und Geburtshilfe
Das bekommst du
- Anamnese vorab ärztlich ausgewertet
- Rund 50 Min. ärztliche Zeit, davon 30 Min. per Video
- Schriftlicher Bericht mit Therapieplan
CHF 250einmalig
Selbstzahlerleistung
- Du verpflichtest dich zu keiner weiteren Behandlung.
- Bis 24 Stunden vor dem Termin kostenlos umbuchen oder absagen.
Wie es danach weitergeht.
- Diagnostik, wenn medizinisch angezeigt
Nur wenn sie für deinen Behandlungsplan etwas klärt. Umfang und Kosten bespricht deine Ärztin vorab mit dir.
- Behandlung nach ärztlicher Beurteilung
Ob eine Behandlung sinnvoll ist, entscheidet sich nach der ärztlichen Abklärung. Sie wird individuell auf dich ausgerichtet und genau mit dir besprochen, eine medikamentöse Therapie wird bei Bedarf eingeleitet.
- Ärztliche Begleitung
Verlaufskontrollen mit deiner Ärztin, monatlich oder alle drei Monate. Die medizinisch empfohlene ärztliche Begleitung kostet CHF 190 pro Monat oder CHF 285 pro Quartal.
Was hilft?
- Regelmässige Bewegung, auch Spazieren, kann die Stimmung verbessern
- Tagesstruktur und Routine geben emotionalen Halt
- Belastungen reduzieren und Grenzen setzen
- Hält die Niedergeschlagenheit länger als zwei Wochen an, lass sie ärztlich abklären. Eine Depression ist gut behandelbar.
Ob Laborwerte weiterhelfen, klärt deine Ärztin in der Standortbestimmung.
Stimmung in Zahlen
Studien zeigen Werte von Gruppen. Deine persönliche Situation kann davon abweichen.
Warum schwankt die Stimmung in den Wechseljahren?
Vor allem in der Perimenopause schwanken die Hormone stark, und manche Frauen reagieren darauf mit Reizbarkeit, Ängstlichkeit oder Stimmungstiefs. Schlechter Schlaf, Hitzewallungen und die Belastungen dieser Lebensphase verstärken das oft. Nicht jede Stimmungsschwankung kommt von den Hormonen, und manches kommt zusammen.
Die Perimenopause ist eine Zeit, in der depressive Verstimmungen und Depressionen häufiger auftreten. Ein höheres Risiko haben Frauen, die schon früher eine Depression hatten.
Schlaf und Stimmung hängen eng zusammen: Wer nachts wach liegt, ist tagsüber oft dünnhäutiger. Mehr zu Schlafstörungen und Hitzewallungen.
Innere Unruhe in den Wechseljahren: Woher kommt sie?
Innere Unruhe, Nervosität und Ängste können in den Wechseljahren neu auftreten, auch bei Frauen, die vorher nicht ängstlich waren. Oft kommen sie zusammen mit Herzklopfen, Hitzewallungen oder schlechtem Schlaf. Ähnlich fühlen sich aber auch eine Schilddrüsenüberfunktion, Herzrhythmusstörungen, zu viel Koffein oder eine Angststörung an, deshalb lohnt sich eine ärztliche Einordnung.
Plötzliche Angstanfälle mit Herzrasen, Atemnot oder Druck auf der Brust lassen sich von einem Herzproblem nicht sicher selbst unterscheiden. Mehr zu Herzrasen.
Was hilft bei Stimmungsschwankungen in den Wechseljahren?
Gut untersucht ist eine auf die Wechseljahre ausgerichtete kognitive Verhaltenstherapie: Sie kann bei gedrückter Stimmung und Schlafproblemen helfen. Dazu kommen Bewegung, genug Schlaf und Entlastung im Alltag. Wenn medizinisch geeignet, kann auch eine Hormontherapie infrage kommen, sie ist aber nicht für jede Frau geeignet und nicht frei von Risiken. Eine Depression wird eigenständig behandelt.
Ohne Hormone. Die Verhaltenstherapie gibt es in der Gruppe, einzeln, per Video oder als Selbsthilfe-Programm. Regelmässige Bewegung kann die Stimmung verbessern, und weniger Alkohol tut oft dem Schlaf und der Stimmung gut. Manche pflanzlichen Mittel gegen Stimmungstiefs wechselwirken mit anderen Medikamenten und können eine hormonelle Verhütung unsicher machen. Sprich sie deshalb vorher mit deiner Ärztin ab.
Hormontherapie. Belasten dich zugleich Hitzewallungen oder Nachtschweiss, kann eine Hormontherapie infrage kommen, und bei vielen Frauen bessern sich Schlaf und Stimmung mit, wenn die Hitzewallungen nachlassen. Gegen Stimmungstiefs allein ist sie weniger gut untersucht, und sie ersetzt keine Behandlung einer Depression. Ob sie für dich infrage kommt, hängt von deinem Alter, deiner Vorgeschichte und deinen Risiken ab. Risikofrei ist sie nicht: Je nach Form und Dauer kann sie etwa das Risiko für Thrombosen, Schlaganfälle oder Brustkrebs leicht erhöhen. Nach Brustkrebs, einer Thrombose und bei einigen anderen Vorerkrankungen kommt sie nicht oder nur nach sorgfältiger Abwägung infrage. Sie verhütet nicht, deshalb gehört die Verhütung in dieselbe Beratung. Mehr unter HRT im Überblick.
Bei einer Depression. Eine Depression ist gut behandelbar, mit Psychotherapie und, wenn nötig, Medikamenten. Ob hinter den Stimmungsschwankungen eine Depression stecken kann, beurteilt deine Ärztin mit. Die Behandlung übernimmt dann deine Hausärztin oder eine Fachperson für Psychiatrie oder Psychotherapie.
Wann solltest du Stimmungsschwankungen ärztlich abklären lassen?
Neue, starke oder anhaltende Beschwerden lässt du ärztlich abklären. Bei plötzlichen Schmerzen im Brustkorb, Atemnot, Ohnmacht, Lähmungen oder Sprachstörungen wählst du sofort den Notruf 144.
Häufige Fragen zu Stimmungsschwankungen
Können die Wechseljahre Stimmungsschwankungen auslösen?
Ja. Vor allem in der Perimenopause, wenn die Hormone stark schwanken, sind Reizbarkeit, Ängstlichkeit und Stimmungstiefs häufiger, auch bei Frauen, die das vorher nicht kannten. Schlechter Schlaf und Hitzewallungen verstärken das oft. Hält Niedergeschlagenheit länger als zwei Wochen an, sprich mit deiner Ärztin, denn auch Depressionen kommen in dieser Phase häufiger vor.
Was hilft bei Stimmungsschwankungen in den Wechseljahren?
Gut untersucht ist eine auf die Wechseljahre ausgerichtete kognitive Verhaltenstherapie, dazu helfen Bewegung, genug Schlaf und Entlastung im Alltag. Wenn medizinisch geeignet, kann auch eine Hormontherapie infrage kommen. Sie ist aber nicht für jede Frau geeignet und nicht frei von Risiken. Eine Depression wird eigenständig behandelt. Welcher Weg zu dir passt, wägt deine Ärztin mit dir ab.
Woher kommt innere Unruhe in den Wechseljahren?
Innere Unruhe und Ängste können in den Wechseljahren neu auftreten, auch bei Frauen, die vorher nicht ängstlich waren. Oft kommen sie zusammen mit Herzklopfen, Hitzewallungen oder schlechtem Schlaf. Ähnlich fühlen sich aber auch eine Schilddrüsenüberfunktion, Herzrhythmusstörungen, zu viel Koffein oder eine Angststörung an. Halten die Beschwerden an, lass sie ärztlich einordnen. Bei Brustschmerzen oder Atemnot wähl sofort den Notruf 144.
Wechseljahre oder Depression: Wie unterscheide ich das?
An den Beschwerden allein oft nicht. Stimmungsschwankungen der Wechseljahre kommen und gehen oft. Halten Niedergeschlagenheit, Freudlosigkeit oder Antriebslosigkeit fast jeden Tag länger als zwei Wochen an, kann eine Depression dahinterstecken, die in der Perimenopause häufiger vorkommt. Deine Ärztin ordnet ein, ob deine Beschwerden zu den Wechseljahren passen, eine andere Ursache haben oder beides zusammenkommt.
Hilft eine Hormontherapie bei Stimmungsschwankungen?
Haben die Stimmungsschwankungen mit den Wechseljahren begonnen und belasten dich zugleich Hitzewallungen, kann eine Hormontherapie infrage kommen, und bei vielen Frauen bessert sich die Stimmung mit. Gegen Stimmungstiefs allein ist sie weniger gut untersucht, und eine Depression wird eigenständig behandelt. Sie ist nicht für jede Frau geeignet und nicht frei von Risiken. Ob sie für dich infrage kommt, beurteilt deine Ärztin.
Wie lange dauern Stimmungsschwankungen in den Wechseljahren?
Das ist sehr unterschiedlich. Am häufigsten sind sie in der Perimenopause, wenn die Hormone am stärksten schwanken, und oft werden sie ruhiger, wenn die Schwankungen nachlassen. Hält Niedergeschlagenheit länger als zwei Wochen an, warte nicht ab, sondern sprich mit deiner Ärztin.
Erstellt von der Redaktion gynxtra zur allgemeinen Information. Ersetzt keine ärztliche Beratung.
Quellen
- Fang 2024: Fang Y, Liu F, Zhang X, et al. Mapping global prevalence of menopausal symptoms among middle-aged women: a systematic review and meta-analysis. BMC Public Health 2024;24:1767. doi:10.1186/s12889-024-19280-5. Lizenz CC BY 4.0 (creativecommons.org/licenses/by/4.0), eigene Darstellung, Auswahl doi.org ↩︎
- NICE NG23: National Institute for Health and Care Excellence (NICE). Menopause: identification and management. NICE guideline NG23, veröffentlicht 12.11.2015, zuletzt aktualisiert 15.04.2026. nice.org.uk
- IMS 2025: Panay N, Fenton A, Hamoda H, et al. International Menopause Society (IMS) recommendations and key messages on women's midlife health and menopause. Climacteric 2025. doi:10.1080/13697137.2025.2585487. Volldokument: imsociety.org
- ESE 2025: Lumsden MA, Dekkers OM, Faubion SS, et al. European Society of Endocrinology clinical practice guideline for evaluation and management of menopause and the perimenopause. Eur J Endocrinol 2025;193(4):G49-G81. doi:10.1093/ejendo/lvaf206. academic.oup.com
- SGGG EB 90: Stute P, Singer M, Streuli I, Birkhäuser M, Weidlinger S, Bürki R. Expertenbrief Nr. 90 (ersetzt Nr. 42): Aktuelle Empfehlungen zur systemischen Menopausalen Hormontherapie (MHT). Kommission Qualitätssicherung gynécologie suisse SGGG, 02.01.2025. sggg.ch
- SGGG Informationsblatt: gynécologie suisse SGGG. Informationsblatt für Frauen zur Hormonbehandlung in den Wechseljahren, Dezember 2024. sggg.ch
- TMS 2022: The 2022 hormone therapy position statement of The North American Menopause Society (heute The Menopause Society). Menopause 2022;29(7):767-794. menopause.org
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Kommt dir noch etwas bekannt vor?
Deine Ärztin schaut auf das ganze Bild, nicht nur auf ein einzelnes Symptom.
In der ärztlichen Standortbestimmung ordnet deine Ärztin deine Beschwerden ein und empfiehlt eine gezielte Diagnostik nur dann, wenn sie für deinen Behandlungsplan etwas klärt.