Typische Beschwerde

Scheiden­trockenheit in den Wechseljahren

Brennen, Jucken oder Schmerzen beim Sex, und kaum jemand spricht darüber.

Im Körper

Was passiert in deinem Körper?

Die Schleimhaut der Scheide wird dünner, trockener und weniger elastisch. Das kann brennen, jucken oder beim Geschlechtsverkehr schmerzen und betrifft viele Frauen in und nach den Wechseljahren. Anders als Hitzewallungen geht es nicht von selbst vorbei.

In den Wechseljahren

Warum gerade jetzt?

Östrogen hält die Schleimhaut von Scheide, Vulva und Harnröhre feucht, gut durchblutet und widerstandsfähig. Sinkt der Östrogenspiegel, wird das Gewebe dünner und die natürliche Scheidenflora verändert sich. Oft sind Blase und Harnröhre mitbetroffen, ärztlich spricht man deshalb vom urogenitalen Menopausensyndrom.

Ärztliche Standortbestimmung

Was im Arztgespräch passiert.

Trockenheit begleitet dich im Alltag und in der Intimität? Du beschreibst, was du bemerkst, und deine Ärztin ordnet es mit dir ein.

  1. Vorher

    Du füllst deinen Anamnese-Fragebogen aus, neun ärztlich zusammengestellte Themenblöcke zu Beschwerden, Vorgeschichte und Zielen. Vorhandene Vorbefunde lädst du in deinem Patientinnen-Cockpit hoch. Deine Ärztin wertet alles vorab aus.

    Fragen zu Vorbereitung, Unterlagen und Terminen beantwortet dein Care‑Team per E‑Mail an hello@gynxtra.ch, in der Regel innerhalb von 24 Stunden. Medizinische Fragen klärst du im Gespräch mit deiner Ärztin. Kann etwas nicht bis zum Termin warten, lass dich zeitnah vor Ort ärztlich untersuchen.

    Für Notfälle ist dieser Weg nicht gedacht: Bei akuten Beschwerden wende dich an die nächste Notfallaufnahme oder an 144.

  2. Im Gespräch

    30 Minuten per Video, mit dem Blick nach vorne. Deine Angaben und Vorbefunde kennt deine Ärztin dann schon, ihr sprecht über deine Situation und die nächsten sinnvollen Schritte.

  3. Danach

    Dein Bericht mit Therapieplan liegt schriftlich in deinem Patientinnen-Cockpit.

Dr. med. Bettina von SeefriedÄrztliche Leitung · Fachärztin FMH für Gynäkologie und Geburtshilfe

Das bekommst du

  • Anamnese vorab ärztlich ausgewertet
  • Rund 50 Min. ärztliche Zeit, davon 30 Min. per Video
  • Schriftlicher Bericht mit Therapieplan

CHF 250einmalig

Selbstzahlerleistung

  • Du verpflichtest dich zu keiner weiteren Behandlung.
  • Bis 24 Stunden vor dem Termin kostenlos umbuchen oder absagen.

Wie es danach weitergeht.

  • Diagnostik, wenn medizinisch angezeigt

    Nur wenn sie für deinen Behandlungsplan etwas klärt. Umfang und Kosten bespricht deine Ärztin vorab mit dir.

  • Behandlung nach ärztlicher Beurteilung

    Ob eine Behandlung sinnvoll ist, entscheidet sich nach der ärztlichen Abklärung. Sie wird individuell auf dich ausgerichtet und genau mit dir besprochen, eine medikamentöse Therapie wird bei Bedarf eingeleitet.

  • Ärztliche Begleitung

    Verlaufskontrollen mit deiner Ärztin, monatlich oder alle drei Monate. Die medizinisch empfohlene ärztliche Begleitung kostet CHF 190 pro Monat oder CHF 285 pro Quartal.

Im Alltag

Was hilft?

  • Feuchtigkeitscremes für die Scheide regelmässig anwenden, nicht nur beim Sex
  • Gleitmittel auf Wasser- oder Silikonbasis beim Geschlechtsverkehr
  • Parfümierte Seifen, Intimsprays und Scheidenspülungen meiden
  • Reicht das nicht, gibt es ärztliche Behandlungen direkt an der Schleimhaut, auch mit niedrig dosierten Hormonen, die vor allem dort wirken. Ob eine für dich passt, klärt deine Ärztin.
  • Jede Blutung nach der Menopause zuerst bei deiner Gynäkologin vor Ort untersuchen lassen

Ob Laborwerte weiterhelfen, klärt deine Ärztin in der Standortbestimmung.

In Zahlen

Scheidentrockenheit in Zahlen

  • Bis zu 50 Prozent der Frauen nach der Menopause haben Beschwerden durch das urogenitale Menopausensyndrom, also an Scheide, Vulva, Harnröhre oder Blase.1

  • Vom Zeitraum vor dem Übergang bis zur späten Perimenopause wird Scheidentrockenheit doppelt so häufig.2

Studien zeigen Werte von Gruppen. Deine persönliche Situation kann davon abweichen.

Ursachen

Warum wird die Scheide in den Wechseljahren trocken?

In den Wechseljahren sinken die Hormone, die Scheide, Vulva und Harnröhre feucht, gut durchblutet und widerstandsfähig halten. Die Schleimhaut wird dünner, trockener und verletzlicher, und die natürliche Scheidenflora verändert sich. Viele Frauen bemerken das nach der Menopause, manche schon in der Perimenopause.

Scheidentrockenheit wird mit der Menopause häufiger

In einer weltweiten Auswertung gaben vor dem Übergang 21,2 Prozent der Frauen Scheidentrockenheit an, in der Perimenopause 36,1 und nach der Menopause 44,8 Prozent.3

Scheidentrockenheit wird mit der Menopause häufiger
MenopausenstatusAnteil mit Scheidentrockenheit
Vor dem Übergang21,2 %
Perimenopause36,1 %
Nach der Menopause44,8 %

Frauen in der Lebensmitte, weltweit, Gruppen nach Menopausenstatus (Definition der WHO). Die Studien unterscheiden sich stark, die Werte zeigen eine Grössenordnung.

Ärztlich heisst das urogenitales Menopausensyndrom, weil oft auch Blase und Harnröhre betroffen sind. Typisch sind Trockenheit, Brennen, Jucken und Schmerzen beim Sex, dazu häufiger Harndrang oder wiederkehrende Blasenentzündungen. Anders als Hitzewallungen geht das nicht von selbst vorbei, ohne Behandlung nehmen die Beschwerden eher zu. Mehr zu Harnwegsinfekten.

Darüber zu sprechen fällt vielen Frauen schwer, deshalb bleibt Scheidentrockenheit oft unbehandelt, obwohl es wirksame Wege gibt. Sprich es an, auch wenn es dir unangenehm ist.

Andere Ursachen

Brennen und Jucken in der Scheide: Was kann sonst dahinterstecken?

Brennen, Jucken oder Ausfluss können auch von einer Infektion kommen, etwa einem Scheidenpilz oder einer gestörten Scheidenflora, von einer Reizung durch Seifen, Intimsprays, Slipeinlagen oder Waschmittel oder von einer Hauterkrankung der Vulva. Weil sich das ähnlich anfühlen kann, behandle dich nicht lange selbst: Kommt Ausfluss dazu oder bessert sich das Jucken nicht, lass dich vor Ort untersuchen.

Eine solche Hauterkrankung ist der Lichen sclerosus. Er macht oft starken Juckreiz, weissliche, glänzende Hautstellen und kleine Risse an der Vulva. Er ist behandelbar, gehört aber zu deiner Gynäkologin oder einer Hautärztin vor Ort, weil er ohne Behandlung die Haut dauerhaft verändern kann.

Besonders häufig und stark ist die Trockenheit nach einer Entfernung beider Eierstöcke vor der Menopause und nach einer Krebsbehandlung. Auch manche Medikamente machen die Schleimhaut trockener, etwa eine Antihormontherapie nach Brustkrebs, manche Antidepressiva oder Mittel gegen Allergien. Seltener steckt eine Erkrankung dahinter, die auch Augen und Mund austrocknet. Ein Medikament setzt du nicht selbst ab, sondern besprichst die Beschwerden mit der verschreibenden Ärztin.

Mit und ohne Hormone

Was hilft bei Scheidentrockenheit?

Vielen Frauen helfen Feuchtigkeitsmittel für die Scheide, regelmässig angewendet, und Gleitmittel beim Sex. Reicht das nicht, kommt eine Behandlung direkt in der Scheide infrage, auch mit Hormonen, wenn medizinisch geeignet. Beides lässt sich kombinieren. Weil Scheidentrockenheit meist bleibt, braucht es die Behandlung oft auf Dauer.

Ohne Hormone. Feuchtigkeitsmittel wirken länger und werden auch unabhängig vom Sex angewendet, Gleitmittel auf Wasser- oder Silikonbasis erleichtern den Sex. Für die Pflege reicht warmes Wasser, auf parfümierte Seifen, Intimsprays und Scheidenspülungen verzichtest du besser. Sind Schmerzen beim Sex mit Verspannungen im Beckenboden verbunden, kann Physiotherapie für den Beckenboden helfen, und leiden Lust oder Partnerschaft darunter, eine Sexualtherapie. Für Lasertherapien und pflanzliche Mittel fehlen gute Belege.

Behandlung direkt in der Scheide. Es gibt ärztliche Behandlungen, die direkt in der Scheide angewendet werden, auch mit Hormonen, die vor allem dort wirken. Sie können Trockenheit, Brennen und Schmerzen beim Sex lindern. Mit Hormonen können sie nach der Menopause auch das Risiko für wiederkehrende Blasenentzündungen senken. Hörst du damit auf, kommen die Beschwerden oft zurück. Nach Brustkrebs wird das individuell und gemeinsam mit der Onkologie abgewogen. Ob eine Behandlung für dich passt, klärt deine Ärztin. Mehr zur ärztlichen Begleitung unter Intimgesundheit.

Hormontherapie für den ganzen Körper. Belasten dich zugleich Hitzewallungen oder Nachtschweiss, kann eine Hormontherapie infrage kommen. Sie kann auch die Trockenheit lindern, reicht dafür aber nicht immer, dann lässt sie sich mit einer Behandlung direkt in der Scheide kombinieren. Ob sie für dich infrage kommt, hängt von deinem Alter, deiner Vorgeschichte und deinen Risiken ab. Risikofrei ist sie nicht: Je nach Form und Dauer kann sie etwa das Risiko für Thrombosen, Schlaganfälle oder Brustkrebs leicht erhöhen. Nach Brustkrebs, einer Thrombose und bei einigen anderen Vorerkrankungen kommt sie nicht oder nur nach sorgfältiger Abwägung infrage. Sie verhütet nicht, deshalb gehört die Verhütung in dieselbe Beratung. Mehr unter HRT im Überblick.

Abklären

Wann solltest du Scheidentrockenheit ärztlich abklären lassen?

Neue, starke oder anhaltende Beschwerden lässt du ärztlich abklären. Bei plötzlichen Schmerzen im Brustkorb, Atemnot, Ohnmacht, Lähmungen oder Sprachstörungen wählst du sofort den Notruf 144. Jede Blutung nach der Menopause, auch eine einmalige Schmierblutung, und Blutungen nach dem Sex lässt du zuerst bei deiner Gynäkologin vor Ort untersuchen.

Häufige Fragen

Häufige Fragen zu Scheidentrockenheit

Was hilft bei Scheidentrockenheit in den Wechseljahren?

Vielen Frauen helfen Feuchtigkeitsmittel für die Scheide, regelmässig angewendet, und Gleitmittel beim Sex. Parfümierte Seifen und Intimsprays lässt du besser weg. Reicht das nicht, kommt eine Behandlung direkt in der Scheide infrage, auch mit Hormonen, wenn medizinisch geeignet. Weil Scheidentrockenheit meist bleibt, braucht es die Behandlung oft auf Dauer. Was zu dir passt, klärt deine Ärztin.

Welche Symptome hat Scheidentrockenheit?

Typisch sind ein Trockenheitsgefühl, Brennen oder Jucken in der Scheide oder an der Vulva und Schmerzen beim Sex, manchmal mit einer leichten Blutung danach. Oft kommen häufiger Harndrang, Brennen beim Wasserlösen oder wiederkehrende Blasenentzündungen dazu, weil auch Blase und Harnröhre betroffen sind. Blutungen nach dem Sex lässt du zuerst bei deiner Gynäkologin vor Ort untersuchen.

Brennen und Jucken in der Scheide: Liegt das an den Wechseljahren?

Oft ja, denn die Schleimhaut wird in den Wechseljahren dünner und empfindlicher. Brennen und Jucken können aber auch von einem Scheidenpilz, einer gestörten Scheidenflora, einer Reizung durch Pflegeprodukte oder einer Hauterkrankung wie dem Lichen sclerosus kommen. Kommt Ausfluss dazu, juckt es stark oder hilft eine Selbstbehandlung nicht, lass dich zuerst vor Ort untersuchen.

Geht Scheidentrockenheit nach den Wechseljahren wieder weg?

Meist nicht. Anders als Hitzewallungen bleibt Scheidentrockenheit nach den Wechseljahren meist bestehen, und ohne Behandlung nehmen die Beschwerden eher zu. Sie lässt sich aber behandeln. Hörst du mit der Behandlung auf, kommen die Beschwerden oft zurück.

Was hilft bei Schmerzen beim Sex in den Wechseljahren?

Gleitmittel beim Sex und Feuchtigkeitsmittel im Alltag sind der erste Schritt. Reicht das nicht, kommt eine Behandlung direkt in der Scheide infrage, auch mit Hormonen, wenn medizinisch geeignet. Bei Verspannungen im Beckenboden kann Physiotherapie helfen, und leiden Lust oder Partnerschaft darunter, eine Sexualtherapie. Blutungen nach dem Sex lässt du zuerst bei deiner Gynäkologin vor Ort untersuchen.

Hilft eine Hormontherapie bei Scheidentrockenheit?

Meist kommt zuerst eine Behandlung direkt in der Scheide infrage, auch mit Hormonen, die vor allem dort wirken. Eine Hormontherapie für den ganzen Körper kommt eher infrage, wenn dich zugleich Hitzewallungen belasten, und reicht gegen die Trockenheit nicht immer. Sie ist nicht für jede Frau geeignet und nicht frei von Risiken. Nach Brustkrebs wird jede Hormonbehandlung individuell und gemeinsam mit der Onkologie abgewogen. Was zu dir passt, klärt deine Ärztin.

Erstellt von der Redaktion gynxtra zur allgemeinen Information. Ersetzt keine ärztliche Beratung.

Quellen

  1. Jung 2019: Jung C, Brubaker L. The etiology and management of recurrent urinary tract infections in postmenopausal women. Climacteric 2019;22(3):242-249. doi:10.1080/13697137.2018.1551871 pmc.ncbi.nlm.nih.gov ↩︎
  2. IMS 2025: Panay N, Fenton A, Hamoda H, et al. International Menopause Society (IMS) recommendations and key messages on women's midlife health and menopause. Climacteric 2025. doi:10.1080/13697137.2025.2585487 imsociety.org ↩︎
  3. Fang 2024: Fang Y, Liu F, Zhang X, et al. Mapping global prevalence of menopausal symptoms among middle-aged women: a systematic review and meta-analysis. BMC Public Health 2024;24:1767. doi:10.1186/s12889-024-19280-5. Lizenz CC BY 4.0 (creativecommons.org/licenses/by/4.0), eigene Darstellung, Auswahl doi.org ↩︎
  4. NICE NG23: National Institute for Health and Care Excellence (NICE). Menopause: identification and management. NICE guideline NG23, veröffentlicht 12.11.2015, zuletzt aktualisiert 15.04.2026. nice.org.uk
  5. ESE 2025: Lumsden MA, Dekkers OM, Faubion SS, et al. European Society of Endocrinology clinical practice guideline for evaluation and management of menopause and the perimenopause. Eur J Endocrinol 2025;193(4):G49-G81. doi:10.1093/ejendo/lvaf206. academic.oup.com
  6. TMS 2022: The 2022 hormone therapy position statement of The North American Menopause Society (heute The Menopause Society). Menopause 2022;29(7):767-794. menopause.org
  7. SGGG EB 90: Stute P, Singer M, Streuli I, Birkhäuser M, Weidlinger S, Bürki R. Expertenbrief Nr. 90 (ersetzt Nr. 42): Aktuelle Empfehlungen zur systemischen Menopausalen Hormontherapie (MHT). Kommission Qualitätssicherung gynécologie suisse SGGG, 02.01.2025. sggg.ch
  8. SGGG Informationsblatt: gynécologie suisse SGGG. Informationsblatt für Frauen zur Hormonbehandlung in den Wechseljahren, Dezember 2024. sggg.ch

Deine Ärztin schaut auf das ganze Bild, nicht nur auf ein einzelnes Symptom.

In der ärztlichen Standortbestimmung ordnet deine Ärztin deine Beschwerden ein und empfiehlt eine gezielte Diagnostik nur dann, wenn sie für deinen Behandlungsplan etwas klärt.